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Das Käselabyrinth

Bevor wir in der zweiten oder dritten Klasse einen Ausflug zum Maislabyrinth gemacht haben, haben wir in der Schule etwas über Labyrinthe und Irrgärten gelernt. Wir bekamen ein Blatt auf dem ein spiralförmiges Labyrinth aufgezeichnet war. In den Gängen waren Mäuse und in der Mitte des Labyrinthes war ein Stück Käse. Man musste den Mäusen folgen um in die Mitte zu gelangen. Ich habe dieses Labyrinth ausgeschnitten, den Käse gelb angemalt und es in mein Musikheft geklebt. Warum ausgerechnet ins Musikheft, das weiß ich nicht mehr. Jedenfalls hat unsere Lehrerin erzählt, dass Labyrinthe etwas Meditatives hätten und man allein dadurch dass man mit den Augen den Mäusen zum Käse folgen würde, ruhiger werden würde.

Einmal als ich Streit mit meiner Mutter hatte und sehr aufgewühlt war hab ich dann mein  Musikheft durchgeblättert und bin wieder auf das Käselabyrinth gestoßen. Ich hab ausprobiert, was unsere Lehrerin beschrieben hat und bin mit den Augen dem Gang bis zur Mitte des Labyrinths gefolgt. Dann hab ich die Augen geschlossen, tief durch geatmet und bin dann den Gang wieder nach außen gegangen. Und ziemlich überrascht habe ich festgestellt, dass ich wirklich viel ruhiger geworden war. Seitdem habe ich das Käselabyrinth immer wieder hervor gekramt, wenn ich wütend oder traurig oder beides war und habe mich selbst aus den Gefühlen herausgeholt.

Das ist es wohl was Ärzte heute Skills nennen würden. Skills, Fertigkeiten, durch die man sich selbst aus Gefühlen heraus holen kann. In der Klinik habe ich viele solcher möglichen Methoden gelernt. Die 1-1-Atemübung, die 5-4-3-2-1-Methode, Achtsamkeitsübungen und so weiter. Keine hat jemals so gut geholfen wie mein Käselabyrinth. Entweder waren die Gefühle damals nicht so stark oder Käselabyrinthe helfen mehr als diese ganzen Methoden. Ich frage mich wieso ich das als Kind konnte. Die Gefühle daran hindern mich zu überschwemmen, mich zu Boden zu drücken und mir die Luft zum Atmen zu nehmen. Wieso kann ich das jetzt nicht mehr, wo ich ungefähr zehn Jahre älter bin? Ich wünschte die Gefühle könnten mich nicht vollständig ausfüllen, mir die Worte nehmen, mich in ihrem Rhythmus zittern lassen, mir das Gefühl geben, sie könnten mich jeden Moment umbringen. Ich wünschte ich könnte ihnen noch jetzt ein einfaches Arbeitsblatt aus der Schule hinhalten und sie damit abwehren.
7.12.11 19:02


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They say bad things happen for a reason
But no wise words gonna stop the bleeding
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5.12.11 14:15


I can't go on

Ich fühle mich schwer, zittrig und verloren. Ich habe Angst falsch zu sein, fehlerhaft, alles falsch zu machen, am falschen Ort zu sein, die falschen Entscheidungen getroffen zu haben. Ich habe unendlich viel Angst. Dumpfe, schwere, drückende Angst. Am liebsten würde ich keinen Ton sagen, nie mehr mit irgendwem sprechen, über nichts mehr lachen, einfach still sein und irgendetwas aufnehmen was nichts, absolut nichts mit mir zu tun hat. Irgendwelche Musik, irgendwelche Filme, irgendwelche Bücher. Irgendwas, das meine Gedanken mitnimmt, etwas, das sie fortträgt von mir. Ich würde am liebsten nie mehr über mich nachdenken. An nichts was mir passiert ist, nicht daran was ich zur Zeit mache, nicht daran wie es vielleicht irgendwann weitergehen wird mit mir. Am liebsten würde ich nichts mehr mit mir zu tun haben. Am liebsten würde ich einfach nicht mehr sein, dem Gefühl entsprechen, dass ich gar nicht mehr sein kann. Ich bin leer, aufgebraucht, nutzlos. Ich will nicht mehr existieren.

 

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18.11.11 10:37


Angst

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Angst. Immer ist da diese Angst. Die Angst etwas falsch zu machen, die Angst fehlerhaft zu sein, die Angst Ziele nicht zu erreichen, die Angst alleine zu wenig und nicht gut genug zum überleben zu sein, die Angst nicht weiter zu kommen, die Angst nicht zu passen, die Angst vor anderen Menschen, die Angst beim Rausgehen, die Angst beim S- oder Straßenbahn fahren, immer die Angst sie zu treffen, die Angst es nicht zu schaffen, die Angst vor den Erinnerungen in meinem Kopf, die Angst diese Erinnerungen nie mehr los zu werden. Die Angst davor nicht die Mitte des eigenen Lebens sein zu können, weil man diese Mitte einfach nicht ausfüllen kann. Immer schreckliche Angst.

Eigentlich besteht mein ganzes Leben aus Angst und das genau jetzt, wo ich eigentlich keine Angst mehr haben müsste, dass man mir wehtut. Vielleicht kann man sich Angst angewöhnen, vielleicht musste ich einfach zu oft Angst haben und jetzt klebt sie an mir, hat sich in meinem Kopf festgesetzt und bestimmt mein ganzes Leben.

13.11.11 19:51


alles nichts wert

Es tut weh, es tut so weh. Ich weiß gar nicht genau, was es ist, was mir so weh tut. Erst haben sie gesagt, sie hören nicht auf sie, lassen sich nicht vorschreiben, ob sie mich in ihrer Freundesliste lassen oder nicht. Aber es hat nur einen "Zusammenbruch" von ihr gebraucht und zack ändern sie ihre Meinung. Sie tut ihnen ja so leid, ich möge es doch bitte verstehen. Es tut weh, tut einfach weh.
Wie können sie mich löschen aus Mitleid einer Person gegen über, die  mir so viel Leid zugefügt hat, der ich tausende von Chancen gegeben habe, für die ich mich selbst komplett aufgegeben habe und wegen der ich Tag für Tag mit all den Bildern kämpfen muss, die mir nicht aus dem Kopf gehen. Ich soll es doch verstehen, sie versuche ja nur zu vergessen und neu anzufangen. Sie will vergessen. Ihre Schuld vergessen. Nein sie hat kein Recht zu vergessen, während ich Tag für Tag mit diesen Ängsten kämpfe, weil ich nicht vergessen kann.
Es tut so weh. Ich wünschte dieses Ziehen im Magen, dieses flaue Gefühl würde einfach verschwinden.
Ich fühle mich wie eine Verstoßene. Bedeute ich ihnen nichts mehr, nur weil sie mich nicht sehen "dürfen"? Wo ist all das hin was zwischen mir und ihnen war? Ist unsere Freundschaft nichts mehr wert? Sie haben mir so viele Male gesagt, dass ich gehen muss, dass ich sie verlassen muss, haben mich so oft gefragt wie ich das Leben mit ihr aushalten kann. Aber jetzt scheint alles hinfällig, ihre Meinung verändert. Bloß weil ich sie nicht sehen lasse, wie schlimm es mir geht?
Ich will es nicht verstehen, ich will es einfach nicht verstehen.
12.11.11 12:12


I feel so lost

these wounds won't seem to heal

this pain is just too real

there's just too much the time can not erase.

11.11.11 23:46


Gefangensein

Die Leute mit denen ich Abi gemacht hab werden auf einmal erwachsen. Sie wachsen über mich hinaus, werden von Schülern zu Studenten. Sie gehen alle mehr oder weniger freudig in einen neuen Lebensabschnitt. Sie sind einfach, leben einfach. Sie sammeln neue Erfahrungen, erleben neue Dinge, lernen neue Menschen kennen. Sie verändern sich, werden zur perfekten Mitte ihres neuen Lebens. Sie leben sich in neuen Orten ein, beschäftigen sich mit neuen Dingen. Sie kommen voran. Überholen mich alle. Sie entwickeln sich weiter, während ich in meiner Vergangenheit gefangen bin und keinen Schritt voran komme. Wie gerne würde ich mit einem von ihnen tauschen.
11.11.11 12:09


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